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Januar 2016

PSP goes Print

 

PSP-Mitarbeiter machen Fernsehen: Studioproduktion, Postproduktion, Materialwirtschaft und Playout. Sie kümmern sich um Technik, von der Stromversorgung bis zur Filebewegung. Doch ist das schon alles?

Weit gefehlt. PSP-Mitarbeiter schreiben auch Bücher. Sie schöpfen aus dem Schatz ihrer Berufserfahrung und betätigen sich in Ihrer Freizeit als Fachbuch-Autoren. Zum Jahreswechsel sind gleich zwei Bücher von PSPlern erschienen: „Live-TV. Produzieren und senden in Echtzeit“ von Wolfgang Lanzenberger und „Videoeffekte – Attraktive Filme mit kleinem Budget“ von Axel Rogge.

Januar 2016

PSP goes Print

Axel, Wolfgang, wie kam es zu der Idee, ein Buch zu schreiben?

 

Axel: „Das Buch über Videoeffekte fand ich einfach genauso notwendig wie die Videoschnitt-Schule über den Schnitt. Handwerkzeuge wie HD-Kameras, Action-Cams und Schnittprogramme sind heute doch leicht verfügbar. Die Qualität von Smartphone-Kameras ist in den letzten Jahren auch nicht gerade schlechter geworden – es wird also Zeit für Tipps und Methoden, die ein Video wirklich nach vorne bringen. Und das sind nicht Aufnahmen im Hochformat oder vorgefertigte Effekte. Es sind grundlegende Mittel wie Sounds, Bildanimationen, Farbkorrekturen und Keys, mit denen Atmosphäre geschaffen, Schnittprobleme gelöst und Inhalte verdeutlicht werden. Das kann heute jedes etwas ambitionierte Schnittprogramm, also können es auch die Anwender. Und ich fände es schade, wenn diese Möglichkeiten für bessere Filme nicht genutzt würden.“

Wolfgang: „Fernsehen ist ja ein schnelllebiges Geschäft. Kaum ist eine Sendung geschafft, steht schon die nächste vor der Tür. Die eng getaktete Produktionsweise ist einerseits reizvoll, verführt aber auch manchmal zur Oberflächlichkeit. Mit dem Schreiben ist das anders. Wer schreibt hat die Möglichkeit tiefer in die Themen einzutauchen, und er kann – wie das bei meinem Buch der Fall war – seine Aufgaben und Arbeitsroutinen gründlich reflektieren. Das Buch „Live-TV“ entstand aus dem Wunsch heraus der Schnelllebigkeit des Fernsehens etwas Beständiges entgegenzusetzen“.

 

Was macht das Besondere in Euren Werken aus?

 

Wolfgang: „Jeder Fernsehmitarbeiter ist Experte auf seinem Gebiet. Ein Überblick über komplexe und zum Teil komplizierte Zusammenhänge ist keineswegs selbstverständlich. Wer im Live-Betrieb arbeitet darf jedoch keine Berührungsängste haben: weder vor Technik noch im Umgang mit seinen Kollegen, oder gar vor den „Stars“ vor der Kamera. Was tun, wenn die Live-Sendung plötzlich aus dem Ruder läuft? Dann ist vor allem Professionalität gefragt. Live-Sendungen gelingen nur dann, wenn alle an einem Strang ziehen und das notwendige Verständnis für einander aufbringen. Mit dem Buch will möchte ich nah dran sein am Fernsehalltag. Einerseits soll es konkrete Impulse liefern, etwa in Gestaltungsfragen, aber auch aktuelle Entwicklungen aufzeigen und konkrete Hilfestellung geben. Der Nutzwert war mir beim Schreiben besonders wichtig.

Axel: „“Videoeffekte“ ist familientauglich und ein Buch für Auszubildende und Praktiker. Es ist eindeutig kein trockenes Fachwerk geworden und kommt mit wenigen technischen Details aus. Wer „Die Videoschnitt-Schule“ gelesen hat, weiß, dass mir der Spaß an der Sache genauso wichtig ist wie ein gestalterisch schönes Ergebnis. Dabei ist „Videoeffekte“ weitgehend unabhängig von der Schnittsoftware und verzichtet auf Profi-Programme wie Fusion oder After Effects. Das Buch liefert online genügend (Roh-)Material, um die erklärten Effekte nachzuvollziehen und damit zu experimentieren. Zusätzlich sind etliche Clips wie z.B. Feuer oder Dekorationen enthalten, um schnell zu schönen und nützlichen Ergebnissen zu kommen.“

 

Welchen Wunsch verbindet Ihr mit Euren Büchern?

 

Wolfgang: Ich wünsche mir, dass „Live-TV“ zu seinen Lesern findet und vielleicht auch zur Professionalisierung der Live-Produktion beiträgt. Positive Rückmeldungen, die mich bis jetzt erreicht haben, stimmen mich da sehr optimistisch. So schreibt etwa Marc Bator, Moderator der SAT.1 Nachrichten: „Hätte es ein solches Werk vor fünfzehn Jahren – zu Beginn meiner Zeit bei der ARD – bereist gegeben, wäre mir so manch aufwändiger Lernprozess, im Sinne von trial and error, erspart geblieben“.

Axel: (lacht) „Natürlich Ruhm und Reichtum – oder so ähnlich…. Und wenn ich das mit „Videoeffekte“ schon nicht erreichen kann, dann freue ich mich, wenn ich meinen Lesern Aha-Momente geben, Berührungsängste nehmen, Spaß und Leidenschaft vermitteln, Umwege ersparen und filmische Erfolge ermöglichen kann. Ich möchte meinen Lesern Wissen und Fähigkeiten vermitteln, mit denen sie ihre privaten Videos und professionellen Filme kreativer und freier gestalten oder schlicht besser machen können.“

November 2015

startsocial - Interview mit einem Coach

 

Interview mit Dr. Martin Emele zu seiner Tätigkeit als Coach beim startsocial Stipendienjahrgang 2014/2015

November 2015

startsocial - Interview mit einem Coach

 

Gemeinsam mit einem Coach-Partner hat Dr. Martin Emele in diesem Wettbewerbsdurchgang 2014/2015 „Jambo Bukoba e. V.“ beraten.
In einem Interview berichtet er über „sein“ Projekt und seine persönlichen Erfahrungen bei startsocial.

Veröffentlicht im Intranet der ProSiebenSat.1 Media SE und in der Broschüre „startsocial – Der Jahrgang im Überblick 2014/2015“

 

Das ganze Interview lesen Sie im zum Download bereitgestellen Artikel.

startsocial – Interview mit Coach Dr. Martin Emele

Juni 2015

Smart Production im Fernsehzentrum

 

Ein Portrait der ProSiebenSat.1 Produktion im IHK Magazin für München und Oberbayern 06/2015

Juni 2015

Smart Production im Fernsehzentrum

 

Ein Portrait der ProSiebenSat.1 Produktion im IHK Magazin für München und Oberbayern 06/2015

 

https://www.muenchen.ihk.de/de/WirUeberUns/Publikationen/Magazin-wirtschaft-/Aktuelle-Ausgabe-und-Archiv2/magazin-06-2015/Unternehmen-und-Maerkte/prosiebensat.1-produktion-smart-production-im-fernsehzentrum

Dezember 2014

Spende für Ballaktion Jambo Bukoba e.V.

 

Die ProSiebenSat.1 Produktion hat in diesem Jahr statt eines Weihnachtsessens für ein Projekt gespendet, das über Sportaktivitäten Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung Kinder in Tansania fördert. Seit 2008 realisiert Jambo Bukoba e.V. in Tansania mit Erfolg Workshops für SportlehrerInnen, stattet Schulen mit Sportmaterial aus, organisiert sportliche Wettbewerbe und finanziert Schulbauprojekte. Konkret sorgt unsere Spende dafür, dass vor Ort produzierte Fußbälle an 100 Schulen gehen. Insgesamt wird die Aktion sogar 1000 Schulen erreichen.

 

Wenn Sie die Ballaktion von Jambo Bukoba e.V. näher interessiert, bzw. Sie selbst einen Ball spenden möchten, finden Sie alle Infos unter: http://www.jambobukoba.com/de/1000-fussbaelle-fuer-1000-schulen/

Dezember 2014

Spende für Ballaktion Jambo Bukoba e.V.

 

Die ProSiebenSat.1 Produktion hat in diesem Jahr statt eines Weihnachtsessens für ein Projekt gespendet, das über Sportaktivitäten Bildung, Gesundheit und Gleichberechtigung Kinder in Tansania fördert. Seit 2008 realisiert Jambo Bukoba e.V. in Tansania mit Erfolg Workshops für SportlehrerInnen, stattet Schulen mit Sportmaterial aus, organisiert sportliche Wettbewerbe und finanziert Schulbauprojekte. Konkret sorgt unsere Spende dafür, dass vor Ort produzierte Fußbälle an 100 Schulen gehen. Insgesamt wird die Aktion sogar 1000 Schulen erreichen.

 

Wenn Sie die Ballaktion von Jambo Bukoba e.V. näher interessiert, bzw. Sie selbst einen Ball spenden möchten, finden Sie alle Infos unter: http://www.jambobukoba.com/de/1000-fussbaelle-fuer-1000-schulen/

Oktober 2014

Themenspecial FKT: Strukturwandel in der Fernseh- und Medienproduktion

Die Fachzeitschrift FKT berichtet in ihrer Ausgabe 10/2014 vom Strukturwandel in der Fernseh- und Medienproduktion. Und das am Beispiel der ProSiebenSat1. Produktion. Thomas Schwarz, unser Leiter Media Base Systems, berichtet von der Geschichte der ProSiebenSat.1 Produktion und den Veränderungen, die das Unternehmen in den letzten 20 Jahren erlebt hat. Angefangen als klassischer Studioproduktionsdienstleister bishin zum Innovationstreiber und Umsetzer in Sachen Bewegtbild, klassischer IT und integrierter Broadcast Technologie. Den vollständigen Artikel gibt es hier.

Oktober 2014

Themenspecial FKT: Strukturwandel in der Fernseh- und Medienproduktion

Strukturwandel in der Fernseh- und Medienproduktion bei der ProSiebenSat.1 Media AG

Die ProSiebenSat.1 Produktion GmbH hat sich seit ihrer Gründung vor 20 Jahren als „Sendezentrum München“ vom klassischen Studio- produktionsdienstleiter zum Innovationstreiber und Umsetzer in Sachen Bewegtbild, klassischer IT und integrierter Broadcast-Technologie gewandelt. Wichtige Faktoren sind vor allem der technologische Wandel und die wirtschaftliche Veränderung, durch die neue Systeme und Prozesse benötigt wurden. Diese Entwicklungen reichen von der Einführung neuer Technologien bis zu Anpassungen in der Organisa- tionsstruktur. Der Artikel zeigt die Auswirkung dieser Veränderungen auf den täglichen Betrieb und den Arbeitsalltag der Mitarbeiter der ProSiebenSat.1 Produktion GmbH.

  Einleitung

Die ProSiebenSat.1 Produktion GmbH (PSP) ist eine hundertprozen- tige Tochterfirma der ProSiebenSat.1 Media AG und bietet internen und externen Kunden technische Innovationen und Bewegtbild-Leis- tungen für die Herstellung, Archivierung und multimediale Verbrei- tung von Fernsehinhalten. Zum Portfolio gehören unter anderem Stu- dio- und Postproduktion, das unternehmensübergreifende Content- Management und der komplette Broadcasting-Service für mehr als 15

TV-Sender. Zusätzlich stellt das Unternehmen die Infrastrukturtechnik für die ProSiebenSat.1 Group zur Verfügung.

Mit dem Ziel, eine durchgängige, filebasierte Produktion von der Materialanlieferung bis zur Ausstrahlung bzw. Content-Bereitstellung in einer vernetzten Arbeitsumgebung zu schaffen, hat die ProSieben- Sat.1 Produktion seit 2008 mehrere Projekte zum Aufbau einer digita- len Sende- und Produktionsplattform durchgeführt.

Insbesondere die zunehmende Nutzung von Standard-IT-Kompo- nenten und Software-Lösungen haben die Schaffung dieser Plattform ermöglicht. Gleichzeitig hat dies natürlich auch zu nachhaltigen Verän- derungen in fast allen Bereichen der PSP geführt. Neue Technologien wurden eingesetzt, die Systemlandschaft erneuert, neue Betriebs- und Support-Prozesse eingeführt, Produktionsabläufe signifikant verändert und die Organisationsstruktur mehrfach angepasst

  Treiber für den Wandel

Die wichtigsten Treiber für die Entwicklung der ProSiebenSat.1 Pro- duktion zum Spezialisten für Bewegtbild, Broadcast- und IT-Techno- logie waren, wie Eingangs erwähnt, der technologische Wandel und neue wirtschaftliche Herausforderungen. Durch die Konsolidierung und Standardisierung von Prozessen und Systemen konnten bei der PSP Kosten optimiert werden. In einer prozessorientierten Vorgehens- weise wurden Ist-Prozesse analysiert und Soll-Prozesse neu definiert. Dabei war es wichtig, redundante oder sich wiederholende Prozesse zu erkennen, um diese im Design der Soll-Prozesse zu vermeiden bzw. zu konsolidieren. Falls möglich und sinnvoll, war es dabei wesentlich, Teilprozesse oder Prozesse bei mindestens gleichbleibender Quali- tät und Quantität der Endergebnisse zu automatisieren. Ziel war die Erreichung einer möglichst hohen operativen Exzellenz, bei der neben der Kostenoptimierung vor allem die Serviceverbesserung im Mittel- punkt stand. Seit einiger Zeit ist zunehmend die Flexibilisierung der Produktionsprozesse gefordert – das bedeutet die modulare Nutzung von Technik im jeweils vom Kunden vorgegebenen Qualitäts- und Kostenrahmen.

Der technologische Wandel in der Fernseh- und Medienproduktion zeigt sich durch eine Verschiebung von proprietären Lösungen mit proprietärer Hardware hin zu Software-basierten Lösungen, die auf Standard-IT-Infrastruktur aufsetzen. Weite Teile der Systemlandschaft basieren mittlerweile auf IT-Komponenten, wie Netzwerk, Speicher, Server, Betriebssysteme und Datenbanken.

Zusätzlich bieten die Ausweitung IP-basierter Lösungen und der Einsatz der Cloud viele neue, interessante Möglichkeiten. In Zukunft wird es wichtig sein, die richtigen Anwendungsfälle hierfür zu finden und sie optimal in die Prozesse und Systeme zu integrieren bzw. als Ergänzung zu nutzen.

Ein weiterer Treiber in der vernetzten Medien- und Fernsehproduk- tion war die Entwicklung von File-Formaten, die gleichzeitig eine Her- ausforderung für die filebasierte, vernetzte Produktion ist. Die Vielfalt der File-Formate und die verschiedenen Möglichkeiten der Interpre- tation der unterschiedlichen Standards erfordern neben technischen Lösungen organisatorische Entscheidungen, wie etwa die Festlegung auf Produktions- und Archivformate.

Außerdem wurden die Veränderungen durch neue Geschäftsmo- delle vorangetrieben. So erfordert zum Beispiel die Belieferung von Webportalen und Mediatheken neue, andersartige Lösungen. Ebenso müssen Entwicklungen auf dem Endgerätemarkt wie Smart-TV, Smartphone oder Tablet beobachtet werden, um zeitnah darauf reagieren zu können.

  Umsetzung des technischen Wandels

Der vielleicht wichtigste Meilenstein war der Neubau des Playout-Cen- ters mit einem digitalen Sendearchiv und integrierten Control-Center im Zeitraum 2008/2009 (s. auch FKT 8-9/2009, Artikel „Mit neuem Playout-Center zur Multi-Plattform-Strategie“). Seit Inbetriebnahme des Playout-Centers gab es jährlich Erweiterungen um zusätzliche Sender (etwa sixx. Sat.1 Gold, ProSieben MAXX) oder technologische Weiterentwicklungen (zum Beispiel HD-Upgrade, Einführung neuer Audiostandard EBU R-128).

Der Aufbau von zwei vernetzten Postproduktionsplattformen, eine für die aktuelle Produktion und eine für die Erstellung von Trailern sowie Sendefassungen, erfolgte im gleichen Zeitraum. Die Zusam- menlegung der beiden vernetzten Schnittplattformen wurde in einem weiteren Projekt im Jahr 2012 umgesetzt.

2010–2011 entstand das filebasierte Produktionsarchiv als Ergän- zung zum digitalen Sendearchiv (s. auch FKT 10/2011, Artikel „He- rausforderungen einer integrierten,   filebasierten Fernsehproduk- tion“). Damit wurde eine weitere Lücke beim Aufbau einer filebasier- ten Produktionsumgebung geschlossen. Im gleichen Zeitraum erfolgte der Umbau von vier Produktionsregien und fünf Studios auf HD. In die- sem Zuge fand auch die Vernetzung der Regien mit der Postproduktion statt, um eine filebasierte Übertragung der Beiträge zu ermöglichen.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben war die Schaffung einer Austausch- plattform für die dateibasierte, externe An- und Auslieferung von Bewegtbildmaterial. Die Produktivsetzung dieser Plattform erfolgte 2012. Die Anzahl der Nutzungsfälle wächst laufend an und erfordert somit eine ständige Erweiterung und Ergänzung des Systems.

Seit 2013 läuft das Projekt „Smart Production“, das die Einführung eines neuen Redaktions-, eines Media-Asset-Management-(MAM-) und eines Enterprise-Ressource-Planning-Systems in der Produk- tionsumgebung umfasst. Die Umsetzung dieses Vorhabens bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt für die Zukunftsfähigkeit der digitalen Sende- und Produktionsplattform.

  Auswirkungen des Wandels

Die aufgeführten Technologieprojekte führten selbstverständlich auch zu Veränderungen in den täglichen Arbeitsabläufen der Mitarbeiter, sowohl für die operativen als auch die technischen Bereiche.

Speziell die Einführung der filebasierten, vernetzten Produktion hat die Arbeitsweise nachhaltig verändert. Das Band war haptisch, etwas zum Angreifen. Die Aufgabe war klar, die Metadaten einfach zu finden. Früher war das Endprodukt ein Band, und heute ist es nur noch digitales Gut.

Die filezentrierten Technologien und Workflows bedeuten für viele Mitarbeiter eine Arbeit mit Maus und Tastatur. Metadaten werden von Produktionssystemen vorgegeben oder sind in übergeordneten Meta- datensystemen zu finden. Die eineindeutige Material-ID, das Haupt- erkennungsmerkmal, gibt oft die zu erledigenden Aufgaben vor und bestimmt die weiteren Prozessschritte. Man könnte also sagen, dass die ID das Band abgelöst hat.

Das File wird automatisch von Station zu Station transferiert; es findet keine persönliche Übergabe von Mensch zu Mensch mehr statt. Den Überblick über den gesamten Prozess und den Status des Files in der Produktionskette kennen meist nur noch die Systeme. Monitoring- Systeme, die Systemstände und den File-Status visualisieren, das sind inzwischen wichtige Hilfsmittel in der Produktion.

Eine weitere Änderung ist das Verschieben der Aufgaben vom „Machen“ zum „Beobachten“. Bereits mit der Einführung der Sende- automation (1999/2000) haben sich die Aufgaben in der Sende- abwicklung zum Monitoring von Bewegtbild, Metadaten und Playlisten hin verschoben. Mit der Einführung des Sendearchivs kam noch das Monitoring des Transferstatus der Sendematerialien hinzu.

Zusätzlich kann jede Weiterentwicklung, jedes Update, jede Sys- temänderung der IT- und Software-basierten Systeme zu Neuerungen und Änderungen in der Arbeitsweise der Kollegen in den operativen Bereichen führen. Das erfordert eine fortdauernde Weiterentwick- lung für jeden einzelnen Mitarbeiter und die Bereitschaft, die eigene Arbeitsweise ständig anzupassen.

Vor vergleichbaren Herausforderungen stehen auch die Mitarbeiter der Technologie-Bereiche. Die Verschiebung hin zu IT-Komponenten und Software-Lösungen erfordert den Aufbau von Wissen zu die- sen Spezialthemen und oftmals eine veränderte Arbeitsweise. Dazu kommt, dass nicht nur eine Kenntnis der Systeme und Schnittstel- len wichtig ist, sondern dass es für die tägliche Arbeit inzwischen unabdingbar ist, ein gutes Wissen über Prozesse und File-Formate zu haben. Bei System-Updates von aufzeichnenden, verwaltenden und abspielenden Komponenten ist zusätzlich die Aufgabe hinzugekommen, im Vorfeld File-Kompatibilitätstests durchzuführen.

Hierdurch verändern sich die Teams und verlagern sich die Aufga- ben. Der Infrastrukturanteil wird vermehrt durch die IT-Infrastruktur- Teams übernommen. Für die Kollegen aus den Broadcast-Teams ver- schiebt sich der Arbeitsschwerpunkt vom Betrieb und der Wartung der Hardware hin zur Software-Administration. Damit verändert sich sowohl die Arbeit in Projekten als auch im technischen Betrieb.

In den Technologiebereichen der ProSiebenSat.1 Produktion gibt es keine eigenständige Planungs- oder Projektabteilung. Die Projekte werden durch die Mitarbeiter umgesetzt, die später für den Betrieb der Systeme verantwortlich sind. Deshalb wird bei der Durchführung von Projekten mit größeren Veränderungen versucht, diese möglichst bereits im Vorfeld an die Betroffenen zu kommunizieren und ausge- wählte Kollegen aus den verschiedenen Bereichen so früh wie möglich in die Projekte einzubinden. Die Erfahrung zeigt, dass Projekte nach der Umsetzung nicht abgeschlossen sind, sondern fließend in die Wei- terentwicklung der Lösungen im täglichen Betrieb übergehen. Hier gilt der Satz: „Moderne IT ist eine Daueraufgabe.“

Wichtig ist, dass ausreichend in Trainings investiert wird. Dabei wird nach dem Prinzip „Train the Trainer“ vorgegangen. Ausgewählte Mitarbeiter werden geschult und geben anschließend als Multiplikato- ren ihr Wissen an ihre Kollegen weiter. Dieses Konzept hat sich in den beschriebenen Projekten bereits mehrfach bewährt.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen den operativen und den tech- nischen Bereichen ist für erfolgreiche Projekte sowie einen stabilen Produktionsbetrieb zwingend notwendig. Das beginnt bei der Auswahl von Systemen, beim Design von Prozessen und setzt sich im täglichen Betrieb fort. Hierfür wurden regelmäßige Termine für den Austausch zwischen Nutzern und Technologen aufgesetzt. In diesen Besprechun- gen werden aktuelle Probleme, Nutzeranforderungen, technische Änderungen, System-Updates und offene Punkte besprochen.

Ein neues Thema im täglichen Betrieb sind Fragen und Themen rund um File-Formate. Nachdem die Festlegung der internen Produktions- und Archivformate erfolgte, gab es eine deutliche Zunahme an Klärungsbe- darf. Zum Beispiel dazu, ob angelieferte Files der Norm entsprechen oder nicht. Die Fehler oder Abweichungen sind nicht immer eindeutig bestimmbar, die Fehlermöglichkeiten haben im Vergleich zum Band zugenommen und das bei gleichzeitig gestiegener Fehlerkomplexität. Welche Formate bearbeitet oder wie bestimmte Formate so gewandelt werden können, dass sie in der Produktion verarbeit- und archivierbar werden, sind weitere wichtige Fragen. Viele dieser Probleme können nur in Zusammenarbeit zwischen den Spezialisten aus den operativen und technischen Bereichen der beteiligten Firmen gelöst werden.

Unabhängig von diesen Entwicklungen ist es nach wie vor wich- tig, klassisches Broadcast-Fachwissen im Unternehmen zu haben, da Bandmaschinen, Kameras und Broadcast-Infrastruktur immer noch sehr wichtige Komponenten im täglichen Betrieb sind. Hier gehen nach und nach das Wissen und die Anzahl der Wissensträger zurück.

  Fazit

Wie in allen anderen Medienunternehmen findet auch bei der ProSie- benSat.1 Produktion ein Strukturwandel statt, der sich weiter fortset- zen wird. Der Einzug der IT in die Broadcast-Technologie mit verstärkt Software-basierten Lösungen setzt sich fort.

Ziel wird es weiterhin sein, Prozesse zu optimieren, Technik zu konsolidieren und zu standardisieren, um auch zukünftig effizient und effektiv zu produzieren. Weitere neue Technologien werden zum Ein- satz kommen und neue Prozesse nach sich ziehen. Die Spezialisierung bezüglich des Fachwissens – und somit auch Ausbildungen – wird weiter zunehmen. Gleichzeitig ist es notwendig, eine möglichst breite Kenntnis der angrenzenden Gebiete zu haben. Deshalb wird auch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Nutzern und Technologen sowie unter den Nutzern und den Technologen selbst zunehmen. Die Betriebskonzepte werden sich weiter verändern und Organisationsstrukturen sind nach Bedarf anzupassen.

Es ist also eine sehr spannende Zeit mit vielen Möglichkeiten und Herausforderungen, sowohl für die Medienunternehmen als auch deren Mitarbeiter. In der Fernseh- und Medienproduktion werden die Veränderung und der Umgang damit eine wichtige Konstante bleiben.

  10/2014 FKT S. 508-510   Die ProSiebenSat.1 Produktion bietet internen und externen Kunden technische Innovationen und Leistungen auf neuestem Stand für die Herstellung, Archivierung und multimediale Verbreitung von Fernsehinhalten. Zum Portfolio gehören unter anderem Studio- und Postproduktionen, das unternehmensübergreifende Content-Management und der komplette Broadcasting-Service für mehr als 15 TV-Sender. Zusätzlich stellt das Unternehmen die gesamte technische Infrastruktur für die ProSiebenSat.1 Group zur Verfügung. In allen Bereichen liefert die ProSiebenSat.1 Produktion ihren Kunden maßgeschneiderte und übergreifende Lösungen mit höchsten Sicherheitsstandards. Durch dieses Leistungsangebot gehört die ProSiebenSat.1 Produktion zu einem der modernsten Produktions- & Medientechnikunternehmen in Deutschland.

August 2014

Smart Production: ProSiebenSat.1 Produktion stemmt erste Live-Sendung mit Open Media

Smart Production – das bedeutet: Keine lange Suche mehr nach Files, alle Texte und die dazugehörige Recherche auf einen Blick und sämtliche Daten zur Sendeplanung übersichtlich aufgelistet. Das neue Redaktions- und Editorial Collaboration-System Open Media schafft es, die verschiedenen Produktionsabläufe von der Redaktion über den Schnitt bis hin zur Abnahme und der Weiterleitung in die Regie zu bündeln. Mehr dazu hier.

August 2014

Smart Production: ProSiebenSat.1 Produktion stemmt erste Live-Sendung mit Open Media

Die ProSiebenSat.1 Produktion hat das neue Tool Open Media jetzt zum ersten Mal bei einer Galileo-Livesendung zum Einsatz gebracht. Und die Premiere ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Mit dem neuen System könnnen die redaktionellen Abläufe über verschiedene Abteilungen hinweg optimiert werden. Das Grundprinzip von Open Media ist dabei einfach: Es arbeitet mit Themencontainern, in denen alle nötigen Informationen und Inhalte gebündelt werden, schnell aufzufinden sind und parallel bearbeitet werden können.

Oktober 2013

ProSiebenSat.1 Produktion nimmt neue Sprecherkabinen in Betrieb

Höchste Flexibilität bei Vertonungen bietet die ProSiebenSat.1 Produktion mit ihren neuen Selbstfahrer-Sprecherkabinen. Mehr Informationen gibt es hier.

Oktober 2013

ProSiebenSat.1 Produktion nimmt neue Sprecherkabinen in Betrieb

Zum ersten Mal hat in dieser Woche einer unsere Kommentatoren die Vertonung einer Live-Übertragung technisch selbst gesteuert. Herbert Gogel von ran durfte für die Tennis-WTA Übertragung aus Istanbul eine der zwei neuen Sprecherkabinen im Playout Center einweihen. Seine Meinung zur neuen technischen Errungenschaft der ProSiebenSat.1 Produktion: “ Einfach hervorragend!!!“ Die neuen Selbstfahrer-Sprecherkabinen wurden in Zusammenarbeit mit der Firma T&S aufgebaut. Ein neues Produktionstechnik-Tool ermöglicht es dem Kommentator, von der Sprecherkabine aus seine Vertonung vollkommen eigenständig zu steuern. Damit löst die ProSiebenSat.1 Produktion den bisherigen Produktionsprozess ab, für den bisher eine komplette Regie oder ein Schnittplatz nötig waren und ein Toningenieur bzw. Editor über den kompletten Produktionszeitraum hinweg anwesend sein musste. Die neuen Sprecherkabinen im Playout Center müssen vor einer Vertonung nur noch durch den zuständigen Control Center Operator technisch überprüft und eingestellt werden, der Rest wird über ein voreingestelltes Setup erledigt. Der Kommentator kann so per Knopfdruck selbst entscheiden, wann er On Air geht. Von der Sprecherkabine aus werden Bild- und Tonsignal über das Control Center weitergeleitet und von dort aus im Playout Center zur Ausstrahlung gebracht.

Juli 2013

Hochmoderne Kameratechnik für virtuelle Produktionen

Shotoku ist die neueste und hochmoderne Errungenschaft der ProSiebenSat.1 Produktion. Dabei handelt es sich um ein Camera Tracking System, das ganz neue Maßstäbe in Sachen virtuelle Studioproduktion setzt. Mehr dazu hier.

Juli 2013

Hochmoderne Kameratechnik für virtuelle Produktionen

Mit der Investition in das hochmoderne Shotoku Camera Tracking System setzt die ProSiebenSat.1 Produktion jetzt ganz neue Maßstäbe im Bereich der virtuellen Studioproduktion. Herzstück des Systems ist das Stativ, in dem die Technik für die Positionierung der Kamera im virtuellen Raum direkt integriert ist. Die Tracking Daten können so unkompliziert und präzise ermittelt werden, dass auch Liveproduktionen ohne besonders großen Vorbereitungsaufwand möglich sind. Die ProSiebenSat.1 Produktion ist eines der ersten Unternehmen in Europa, die das hochmoderne Kamerasystem zum Einsatz bringt. Weitere Infos gibt es im Clip.

April 2013

ProSiebenSat.1 Produktion setzte DSLR-Kameras im professionellen Produktionsumfeld ein

Der Test im Test: Ein Porsche tritt gegen ein ferngesteuertes Auto an. Der Gewinner ist in jedem Fall klein und handlich. Denn dieser Test fand statt, um neues Kamera-Equipment unter die Lupe zu nehmen: Spiegelreflexkameras und GoPros bei einer professionellen Fernsehproduktion. Geht das überhaupt? Hier geht es weiter zum Ergebnis.

April 2013

ProSiebenSat.1 Produktion setzte DSLR-Kameras im professionellen Produktionsumfeld ein

Hochwertige Spiegelreflexkameras von Canon oder flexibel einsetzbare GoPro-Kameras – das Filmequipment für den Hausgebrauch wird immer besser. Doch taugen solche Geräte denn auch für professionelle Produktionen? Die ProSiebenSat.1 Produktion hat solches Equipment jetzt getestet. Das Fazit: Daumen hoch für den Einsatz bei szenischen Dreharbeiten! Der Test-Dreh hat gezeigt, dass die Kameras durch ihr geringes Gewicht und ihre kleine Größe auch an schwierigen Produktionsorten wie engen Räumen sehr flexibel einsetzbar sind. Allerdings kommt man ohne Anbauteile, wie verschiedene Objektive oder Gehäuse, nicht aus. Die müssen während eines Drehs also auch mal gewechselt werden, so dass die unterschiedlichen Kameraeinstellungen vorher gut geplant sein sollten. Die Bildqualität überzeugt mit schönen Farben und durch die Spiegelreflextechnik mit einer kinoähnlichen Tiefenschärfe. Für den Schnitt gilt es zu bedenken, dass der Ton durch ein separates Audiogerät aufgenommen werden muss. Bei inszenierten Produktionen kein Problem. Geschnitten werden kann sowohl am Laptop, als auch am Avid. Der Test-Dreh hat überzeugt: Die ProSiebenSat.1 Produktion setzt jetzt DSLR-Kameras und GoPros auch bei verschiedenen Fernsehproduktionen ein, beispielsweise bei Beiträgen für red! oder taff.

Januar 2013

Modular, flexibel und energieeffizient

Das neue Rechenzentrum der ProSiebenSat.1 Group setzt hohe Maßstäbe – sowohl aus technischer als auch ökologischer Sicht. Gebaut wurde das neue Rechenzentrum in nur drei Monaten. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Januar 2013

Modular, flexibel und energieeffizient

Not macht erfinderisch – welche Ausmaße das annehmen kann, bewiesen die Mitarbeiter des Technologiebereichs der ProSiebenSat.1 Group unter Leitung von CIO Dr. Andreas König. Gemeinsam mit dem Unternehmen HP Services realisierten sie in nur drei Monaten den Bau eines hochmodernen Rechenzentrums. Vorausgegangen war diesem Projekt ein Brand in den Räumlichkeiten der ProSiebenSat.1 Group, der im Sommer 2012 weite Teile der technischen Infrastruktur zerstörte. „Wir mussten uns entscheiden ob es sinnvoller ist großflächige und teure Reparaturarbeiten zu starten oder, quasi auf der grünen Wiese, eine komplett neue Lösung zu schaffen“. Letztendlich konnte CIO Andreas König ein komplett neues Rechenzentrum bauen lassen. In zwei extra angefertigten Containern ist das neue Rechenzentrum untergebracht und die Mitarbeiter zogen die benötigte Technik während des laufenden Betriebes reibungslos um. Die Vorteile der neuen Rechenzentrums-Container sind unter anderem die zusätzlichen Redundanzstufen die eine erhöhte Verfügbarkeit der Systeme ermöglichen, die Flexibilität die durch die transportablen Container geboten wird und die größere Energieeffizienz, da Luft in Kalt- und Wärmegängen ausgetauscht und mehrfach genutzt werden kann. Unsere Auszubildenden haben Andreas König mit der Kamera in das neue Rechenzentrum begleitet. Hier geht’s zum Film.